Unsere Projekte und Tätigkeiten
Habitat Related Monitoring (HaRM)
Das Konzept des Habitat-bezogenes Monitorings sieht vor, dass die entsprechende Zielart in einer repräsentativen Stichproben-Fläche innerhalb ihres Lebensraumes gezählt wird. Als wertgebende Grösse für die Bestandesentwicklung einer Population wird dabei die höchste Anzahl beobachteter Individuen während der jeweiligen Flugperiode eines Jahres verwendet. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Zählung mindestens einmal während Hauptflugperiode durchgeführt wird, um so möglichst den Peak (Flughöhenpunkt mit höchster Individuendichte) zu erwischen. In der Regel dauern die Haupt-Flugperioden vieler Arten nur etwa 1 bis 2 Wochen, ab Beginn der Flugzeit.
Beispiel: Monitoring Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia aurinia) in Rottenschwil AG
Habitat Search (HaSe)
Damit ein langfristiges Monitoring überhaupt stattfinden kann, müssen zunächst die entsprechenden Lebensräume der jeweiligen Zielart gefunden und die Stichproben-Flächen definiert werden. Besonders für die alpinen Arten, wie die Gelbbinden-Erebie (Erebia flavofasciata), den Ostalpinen Scheckenfalter (Melitaea asteria), den Bündner Scheckenfalter (Melitaea varia) oder den Alpen-Enzianbläuling (Phengaris alcon rebeli) ist dies kein einfaches Unterfangen.
Daniel Scherl definierte im Bündnerland HaRM-Stichprobenflächen, welche in Zukunft systematisch begangen werden können.
UV-Kartierung von L. achine-Präimaginalstadien
Im Auftrag der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich haben Matthias Riesen, Jaro Schacht, Samuel Büttler, Sarah Wettstein und Goran Dušej an drei Begehungen in vier verschiedenen Lebensraum-Typen nach Raupen von L. achine gesucht. Die Raupen sind nachtaktiv, fluoreszieren aber unter UV-Licht (365 nm). Dies führt dazu, dass sie vergleichsweise einfach zu entdecken sind. Insgesamt konnten 19 Raupen gefunden werden, die meisten entlang des Grates, welcher vor zwei Jahren ausgeholzt wurde.
Rot-Zygaenen-Attractants
Unter der Leitung von Prof. Dr. Nils Ryrholm, Universität Gävle (Schweden) werden seit einigen Jahren Lockstoffe für Rot-Zygaenen entwickelt und getestet. Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte Substanzen, welche ähnliche Komponenten aufweisen, wie weibliche Pheromone. Der jeweilige Lockstoff wird auf einen Gummizapfen aufgetragen, der an einem Draht hängend ausgebracht wird und Männchen anlockt.
Für einige Arten existieren bereits gut erprobte Attractants, für viele Arten sind sie jedoch noch in Entwicklung oder müssen auf einer breiten Basis getestet werden. Mitglieder des Vereins haben dieses und letztes Jahr zahlreiche Feldversuche mit verschiedenen Lockstoffen durchgeführt und dabei wertvolle Erkenntnisse zur Weiterentwicklung beigesteuert. Obwohl die Attractants für gewisse Arten sehr gut funktioniert haben, haben einige davon die Erwartungen nicht erfüllt oder lieferten ganz andere Resultate als bisher bekannt war. Besonders überraschend dabei war, dass der Lockstoff, welcher für das Sumpfhornklee-Widderchen (Z. trifolii) artspezifisch wirken sollte, auch das Kleine Fünffleck-Widderchen (Z. viciae) anlockte. Ein Befund, der bisher gänzlich unbekannt war.
Zuverlässiger dagegen waren die artspezifischen Attractants für das Kleine Fünffleck-Widderchen (Z. viciae), welche zu Neunachweisen an einigen Standorten führten. Ebenso sehr gut funktionieren Lockstoffe für das Grosse Fünffleck-Widderchen (Z. lonicerae) sowie das Platterbsen-Widderchen (Z. osterodensis). Die Auswertung der Feldversuche ist noch im Gange, die Resultate werden im Verlauf des Jahres 2026 vorliegen.
Weitere Projekte
Mehrere Mitglieder des Vereins waren an einigen weiteren Projekten, welche direkt oder indirekt mit Monitoring zu tun haben, beteiligt. Ein Grossteil der Projekte wurde im Auftrag der Fachstellen Naturschutz oder in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Institutionen durchgeführt. Einige Beispiele:
- Populationsgenetik Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius)
- Populationsgenetik Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)
- Pilotprojekt Präimaginalstadien-Suche an naturnahen Strassenböschungen mittels UV-Licht
- Larvalhabitat-Kartierung vom Kleinen Fünffleck-Widderchen (Zygaena viciae) im Reusstal
- Untersuchung der Ameisenfauna in der Lunnerallend (Kanton Zürich)