Unsere Tätigkeiten und Projekte

Habitat Related Monitoring (HaRM)

Das Konzept des Habitat-bezogenen Monitorings sieht vor, dass die entsprechende Zielart in einer repräsentativen Stichproben-Fläche innerhalb ihres Lebensraumes gezählt wird. Als wertgebende Grösse für die Bestandesentwicklung einer Population wird dabei die höchste Anzahl beobachteter Individuen während der jeweiligen Flugperiode eines Jahres verwendet. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Zählung mindestens einmal während der Hauptflugperiode durchgeführt wird, um so möglichst den Peak (Flughöhenpunkt mit höchster Individuendichte) zu erwischen. In der Regel dauern die Haupt-Flugperioden vieler Arten nur etwa 1 bis 2 Wochen, ab Beginn der Flugzeit.  

 

Beispiel: Monitoring Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia aurinia) in Rottenschwil AG

Habitat Search (HaSe)

Damit ein langfristiges Monitoring überhaupt stattfinden kann, müssen die entsprechenden Lebensräume der jeweiligen Zielart gefunden und die Stichproben-Flächen definiert werden. Besonders für alpine Arten wie Gelbbinden-Mohrenfalter (Erebia flavofasciata), Ostalpiner Scheckenfalter (Melitaea asteria), Bündner Scheckenfalter (Melitaea varia) oder Alpen-Enzianbläuling (Phengaris alcon rebeli) ist dies kein einfaches Unterfangen.

 

Im Bündnerland hat Daniel Scherl Lebensräume von Erebia flavofasciata gefunden und darin Stichprobenflächen definiert, die in Zukunft systematisch begangen werden können. 

UV-Kartierung von Präimaginalstadien

In verschiedenen Projekten suchen wir Eier, Raupen, Puppen und Kokons von Arten, insbesondere von solchen, deren Raupen nachtaktiv sind. Gewisse Stadien fluoreszieren unter UV-Licht. Dies führt dazu, dass sie vergleichsweise einfach zu entdecken sind. 

 

Einige Beispiele: Gelbringfalter (Lopinga achine), Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni), Kokon des Esparsetten-Widderchens (Zygaena carniolica).

Rot-Zygaenen-Attractants

Unter der Leitung von Prof. Dr. Nils Ryrholm, Universität Gävle (Schweden) werden seit einigen Jahren Lockstoffe für Rot-Zygaenen entwickelt und getestet. Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte Substanzen, die ähnliche Komponenten aufweisen wie weibliche Pheromone. Der jeweilige Lockstoff wird auf einen Gummizapfen aufgetragen, der an einem Draht hängend ausgebracht wird und Männchen anlockt 

 

Für einige Arten existieren bereits gut erprobte Attractants, für viele Arten sind sie jedoch noch in Entwicklung oder müssen auf einer breiten Basis getestet werden. Zuverlässiger ist der Attractant für das Kleine Fünffleck-Widderchen (Zygaena viciae), der bereits zu Neunachweisen an einigen Standorten geführt hat. Gut funktionieren auch Lockstoffe für das Grosse Fünffleck-Widderchen (Zygaena lonicerae) sowie das Platterbsen-Widderchen (Zygaena osterodensis).

Projekte

Mehrere Mitglieder des Vereins waren an einigen weiteren Projekten, die direkt oder indirekt mit Monitoring zu tun haben, beteiligt. Ein Grossteil der Projekte wurde im Auftrag der Fachstellen Naturschutz oder in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Institutionen durchgeführt. Einige Beispiele:

  • Populationsgenetik Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius)
  • Populationsgenetik Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) 
  • Pilotprojekt Präimaginalstadien-Suche an naturnahen Strassenböschungen mittels UV-Licht 
  • Larvalhabitat-Kartierung vom Kleinen Fünffleck-Widderchen (Zygaena viciae) im Reusstal
  • Untersuchung der Ameisenfauna in der Lunnerallend (Kanton Zürich)